Berliner Frauenporträts
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Alke Brinkmann - Kunst und Leben

Selbstporträt

Das war ein langer Weg zu Alke Brinkmann, die ich ungefähr 25 Jahre nicht gesehen hatte. Ihre Malerei beeindruckte mich schon damals. Mein eigener Beruf versperrte den Blick nach Berlin. Jetzt wohne ich seit einiger Zeit selbst dort, hörte ihre Stimme im Berliner Radio und war in einigen Minuten zurück im Damals.

Im Internet entdeckte ich schnell ihre Bilder, war angetan von der malerischen Qualität und der Bandbreite an Bildthemen. Der Kontakt war schnell hergestellt und ein Termin vereinbart. Sie wohnt und arbeitet schon länger in Pankow. Ein bisschen umständlich schien der Weg zu ihrem Atelier, irgendwelche Lieferantenwege entlang - und dann standen wir vor der Tür, sahen ihr freundliches Lächeln und hatten nicht das Gefühl, uns so lange nicht gesehen zu haben.

Anfangs erzählte sie von ihrer Familie, ihren vier Kindern und ihrem Mann und dessen Arbeit. Inmitten der großen Tischlerwerkstatt ihres Mannes liegt ihr Atelier. Sie führt uns herum, und dann kommen wir zu ihren Bildern, von denen ein eigenartiger Zauber ausgeht, von den großen und den kleinen,  sie widerspiegeln auch ihre persönlichen Interessen und Erlebnisse und auch die Geschichte der eigenen Familie. Exemplarisch zeigte sie uns ein Gemälde aus der Serie fremder Galaxien, in denen Farben auf abstrakte und dennoch sehr realistische Weise wirken. Man glaubt sich im Weltraum, sieht Abbilder ferner Welten und darf staunen.  Oder ein großes Gemälde, das Manet im Stile von Manet  gemalt zeigt. Zum Bild lieferte Alke Brinkmann Erklärungen aus der Geschichte der Malerei zu Zeiten Manets, in denen Frauen häufig nur gemalt wurden und selbst als Malerinnen kaum auftreten konnten.

Ihr Atelier ist eine Schatzkammer. Auch ein Aquarell ihres Sohnes stellt sie an die freie Wand, zeigt uns Zeichnungen von Quallen, Schaben usw.. Der Floh kommt zu gelben Ehren, wird mit den Zeichenstiften sichtbar gemacht als kleines biologisches Kunstwerk. Alke Brinkmann studiert jetzt noch nebenbei Biologie. Sie spricht von ihren Erfahrungen mit dem Fach, von ihrer Freude am universitären Lernen und von ihrer neuen Rolle als Studentin.

Beeindruckend sind auch ihre Waldbilder, die nicht nur abbilden wollen, sondern die Frage beantworten möchten, was einen Wald ausmacht, was ihn charakterisiert. Sie zeigt das Zusammenspiel von Licht und Schatten, zeigt   Farben und Formen.

 

Am Ende gewährt sie uns einen Blick in die Familiengeschichte. Ihr Vater, der leider mit 61 Jahren starb, hatte immer wieder erzählt von der Großmutter. . Auf einem großen Gemälde vereinigt die Malerin Alke drei Generationen, Textbeispiele aus dem Tagebuch der Großmutter und sich als Kind und ihren Vater.

Als meine Frau und ich nach Hause fuhren, entwickelten wir die Idee, dass dieses Gemälde eigentlich in ein Museum gehört, damit die Malerin die ihr gebührende Anerkennung erfährt. Denn Alke Brinkmann hat eine große Familie, sie malt und zeichnet, sie studiert und engagiert sich, wo es notwendig ist.

 

T

Ein Dokument der Familiengeschichte. Vater und die Malerin als Kind sitzen beieinander. Über allem sind Schriftzeichen aus dem Tagebuch der Großmutter gemalt, die sich mit den Gedanken der Ahnin während des dritten Reichs beschäftigen.

Diese Wunderwelt einer fernen Galaxie verzaubert den Betrachter, holt dieses große Gemälde doch das dem Normalsterblichen Unbekannte in seine kleine Welt. Das Bild gehört an die Wand mit Punktbestrahlung und lässt so viele Möglichkeiten zu virtuellen Reisen im Weltraum. Man kann sich fühlen wie der Kleine Prinz.

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