Berliner Frauenporträts
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Über Sarah P.

Auf „Kiel gelegt“ wurde sie in der DDR, geboren wurde sie in der ehemaligen DDR als Kind eines Ingenieurs und einer Diplomagrarwirtin. Sie ist die dritte Tochter ihrer Eltern. Vor ihr vergrößerten zwei Schwestern die Familie. Mit Sarahs Geburt wurde die Anzahl der Familienmitglieder auf fünf erhöht. Sarah ist in dieser Hinsicht ein Geschenk, das die Familiengröße zu einer Primzahl machte. Vielleicht ist diese Tatsache mit eine Ursache für ihre späteren zentralen Begabungen im naturwissenschaftlichen Bereich. Als Schülerin kaufte sie sich einen Wälzer über „Die Klassiker der Physik“. Diesen zu lesen, war für sie nicht erschreckend, sondern eine weite Strecke hin zu einem vermehrten Wissen.


Sie wohnte und ihre Eltern wohnen heute noch auf einem Bauernhof in Karenz, nicht weit von Ludwigslust. Karenz ist ein kleiner Flecken mit etwas über 6 Quadratkilometer Fläche. Die Einwohnerzahl bewegt sich zwischen 250 und 300.

 

Der Bauernhof der Eltern ist seit ungefähr 150 Jahren im Besitz der Familie. Im Jahre 1865 kaufte ihr Ururgroßvater das Land mit dem Hof. Zwischendurch befand sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche in der Verfügungsgewalt einer

LPG. Was die Familie lange gepflegt hatte, wurde „Eigentum des Volkes“, wie es vollmundig im Vokabular der SED, der Sozialistischen Einheits-partei Deutschlands, hieß.

Nach dem Untergang der DDR ließ Sarahs Vater das Land wieder auf die Familie zurückübertragen, um es für die selbst betriebene Landwirtschaft zu nutzen.

 

Seit der Neuorganisation der ländlichen Besitzverhältnisse prosperiert die Umgebung durch landwirtschaftliche Aktivitäten, die auch vom KNOW-HOW der neuen holländischen Besitzer stark

beeinflusst wurden und werden. Innovationen stehen seit dem Ende der DDR wieder auf der Tagesordnung.

 

Sarah besuchte das Gymnasium in Dömitz und machte ohne Verzögerungen ihr Abitur. Das schulische Lernen bereitete ihr nie Mühe. Sie verstand den Unterrichtsstoff ohne großen

Arbeitsaufwand.

Ihre Interessen im Studium liegen in politischen und historischen Bereichen. Der Studien-schwerpunkt war im Otto-Suhr-Institut an der Freien Universität Berlin. Dort macht sie im Jahre 2012 mit Erfolg ihr Diplom.

 

All ihr Interesse an Reisen (diese führten sie u. a. in die USA (als 14jährige), nach Russland und kürzlich nach Kanada), Astrophysik und Politik, fremde Länder und Kulturen ließen sie nicht ihre Liebe zur Karenzer Heimat vergessen. Die Eltern vermittelten ihr das Wissen eines bodenständigen Menschen. Sie half mit in der Landwirtschaft.  Dieser soziale Rahmen stärkte in ihr ein Bedürfnis nach

guter Ernährung und Landschaftsschutz, auch nach einem erweiterten Verständnis für die Notwen-digkeiten des Natur- und Umweltschutzes.


Sahras Vater war ungefähr 15 Jahre Bürgermeister des Ortes. Ein Wahrzeichen hinterließ er dem Ort: den großen Aussichtsturm, von dem viele Menschen den Blick in die weitere Umgebung wagten.


Sarah ist also ein Kind der neuen deutschen Politik und einer politisch sehr interessierten Familie. Sie hat die Unwägbarkeiten menschlichen Verhaltens in Zeiten der politischen Dunkelheit des Sozialismus im Osten nicht bewusst miterlebt. Was sie

weiß von den menschlichen Fehlern in den Jahren der DDR-Politik, weiß sie von ihrem Vater und ihrer Mutter.


Zur Zeit arbeitet Sarah am DGaP in Berlin als Programmmitarbeiterin. Zu ihren wesentlichen Aufgaben gehören das Zusammenstellen und Recherchieren von Informationen für Politiker, Journalisten und andere politisch Interessierte.

Ihre Schwerpunkte liegen in folgenden Bereichen:


Außen- und Sicherheitspolitik der Russischen Föderation,

Deutsch-Russische Beziehungen,

Zivilgesellschaft in der Russischen Föderation.

 

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