Berliner Frauenporträts
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Über Sophie Babendererde

Sophie Babendererde: Das Durcheinander in der kleinen eigenen  Welt regulieren

                                

 

 

 

Der Name Babendererde erinnert an Literatur. Uwe Johnson schrieb einen Roman, in dessen Titel der Familienname vorkommt. Wer Google befragt, der wird diesen Namen in Schleswig-Holstein häufig entdecken. Es findet sich auch eine Homepage der Sophie Babendererde, in der sie den Zustand der Unordnung im menschlichen Leben thematisiert und Lösungen für Probleme offeriert. Die Angebote machen neugierig, geht es doch um verlorene Überblicke in Wohnungen, Sammlungen oder auch Gedanken. Die Seite weckt Hoffnungen bei denen, die sich in ihrem Chaos nicht einrichten können.

 

So treffe ich mich mit meiner Farbberaterin aus der Königlichen Gartenakademie. Dort ist der konkrete Ort, an dem sie hilfreich gemeinsam mit potentiellen Kunden die Farbvorlieben der einzelnen Menschen erkundet und über Lösungen für die Gestaltung von Räumen redet.

 

Sophie Babendererde wohnt in Zehlendorf in einem kulturreichen Haus mit einem Garten, dem die Freiheit gegönnt wird, sich selbst zu entwickeln. Man könnte von einem wilden Garten sprechen, was aber in diesem Fall die Umschreibung eines paradiesischen Zustandes ist.

 

Die ersten 15 Jahre ihres Lebens verbrachte sie im Ausland, denn ihr Vater war in diplomatischen Diensten. Später zog sie in die Hamburger Gegend, lernte dort von ihrer Mutter die Organisation eines Haushaltes. Später, nach dem Abitur studierte sie einige Semester und arbeitete bei bekannten Verlagen, wobei das Haus Rowohlt nur eine Arbeitsstätte kennzeichnet. Viele Begegnungen mit kreativen Menschen, zum Beispiel dem kürzlich verstorbenen Harry Rowohlt, spornten sie an zu eigenem Tun. Sie gestaltete einen großen Garten in der Nähe von Hamburg, half Menschen, ihre Wohnungseinrichtungsprobleme zu lösen, interessierte sich vermehrt für Planungen von Inneneinrichtungen menschlicher Wohnbereiche und kam erst vor einigen Monaten bei der Firma Tonsor als Farbberaterin in den Kreis der Mitarbeiter. Sie arbeitet in der Zweigstelle in Dahlem, dort, wo die Königliche Gartenakademie sich neuerdings verdient macht um Küchen- und Gartenkultur.

Parallel führt sie ihre Webfirma und hilft Menschen, deren Wohnbesitz diese in einem Chaos allein lässt. Drei Fragen führen in der Regel zu Lösungen: Was brauchen sie nicht mehr, was nur selten und was unbedingt? Die Antworten darauf führen immer zu Anregungen, deren Realisierung  ein Durcheinander in friedvolle Wohnverhältnisse überführt.

Warum all diese Aktivitäten, die Gartengestaltung, die Arbeit in Verlagen, die Beratung in Einrichtungsfragen? Eine Antwort gibt ihr Interesse an Feng Shui, der chinesischen Gedankenwelt zu störungsfreiem Wohlbefinden z. B. in Wohnräumen. Die Ursachen für die Entwicklung von der einfachen Auseinandersetzung mit Organisationsfragen des Alltags führte Sophie Babendererde auch zu der Ordnung in menschlichen Köpfen. Äußeres Durcheinander, so scheint es ihr, widerspiegelt sich im Denken und Fühlen von Menschen, beeinflusst ihr Denken und Handeln, führt zu einem glücklichen oder weniger glücklichen Leben.

 

Während sie mir all diese für ihr Leben wichtigen Aspekte deutlich macht, schaut sie mich mit klaren Augen an. Es ist eine sehr offene Gesprächssituation an diesem 16. Juli 2015 in ihrem Zaubergarten in Zehlendorf. Sie und ihre Umgebung haben mich fröhlich gestimmt. Aufräumen! Vielleicht könnte man dieses urdeutsche Wort aus der Familie der Ordnungsbegriffe so umschreiben: Die Dinge und Menschen miteinander in eine harmonische Beziehung bringen zum Nutzen aller.

 

 

 

 

 

 

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