Berliner Frauenporträts
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H.S. - Das eigene Bild suchen

Was habe ich mit meinem Bild zu tun?
Als die Menschen noch keine Kameras hatten und keine Spiegel, mussten sie sich ihr Abbild im Wasser suchen. Das nur bei windfreiem Wetter. Der Spiegel zeigte ihnen ihr Ich nur bei Licht. In Dunkelheit waren sie nicht existent.
Vor all diesem Wissen um Widerspiegelung mit Hilfe von Wasser und glänzenden Flächen, gab es nur die Hände zum Be-greifen, zum Erfassen des eigenen Körpers. Aus diesen Tasterlebnissen heraus musste der Mensch sich ein Bild von sich machen. Seine Augen halfen und helfen ihm immer beim Erkennen aller Körperteile, die im Blickwinkel liegen und nicht dahinter. Die eigenen Augen kann man nur fühlen, den Mund, die Nase, die Ohren, also das ganze Gesicht, ja den gesamten Kopf und den Rücken. Doch, da gab es irgendwann Menschen, die mit der Hilfe von Mal-und Zeichengeräten die Welt und Ichs abbilden konnten, immer auch jedoch als Interpretation der eigenen Augen. Erst die besseren Fotoapparate ermöglichten die genaue Abbildung der jeweiligen Wirklichkeit.
Genau diese Wirklichkeit zu erforschen wird der Dialog der Kamera mit H. S. und mir sein. Es scheint ein gefährliches Geschäft zu sein, denn Nichtgefallen kann immer den Begriff der Falschheit nutzen, um Fotos zu verwerfen.

 

Wer bin ich und wie bin ich? Diese Fragen können Fotos oftmals beantworten, nicht immer.

Zu Beginn aller Überlegungen gab es unterschiedliche Vorstellungen, die manchmal mehr gefühlsmäßig zum Ausdruck kamen. Noch sind H.S. und ich auf dem Wege zu den richtigen Settings und Situationen. Bis zum Ziel muss noch ein Weg zurückgelegt werden, der sich vom jetzigen Herbst bis in den nächsten Frühling ziehen wird.

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